Rückblick auf die Meet Magento Germany 2026

Rückblick auf die Meet Magento Germany 2026

Am 22. Oktober 2026 war es so weit: Die Meet Magento Germany fand wieder statt. Die Magento Association hat es selbst treffend formuliert: Meet Magento kehrt in sein Heimatland zurück. Für mich war es die erste Meet Magento in Deutschland seit vielen Jahren, und das hat man an jeder Ecke gespürt.

Organisiert wurde das Event von Simon Sprankel (CustomGento), Rico Neitzel (run_as_root) und Tobias Niebergall (e3n) mit ihren Unternehmen. Dazu kamen viele fleißige Helfer, ohne die so ein Tag nicht funktioniert. Dafür vorab ein großes Danke.

Die Meet Magento Germany 2026 wird eröffnet

Ein Klassentreffen der Magento-Community

Wer lange genug in der Magento-Welt unterwegs ist, kennt das Gefühl: Man sieht sich auf Konferenzen, dann kommt eine längere Pause, und irgendwann trifft man sich wieder, als wäre nichts gewesen. Genau so war dieser Tag. Es war eine Art Klassentreffen der Magento-Community.

Ich habe einige Menschen wiedergesehen, die ich seit Jahren nicht mehr getroffen hatte, zum Beispiel Ben Marks. Gleichzeitig habe ich endlich Leute persönlich kennengelernt, mit denen ich bisher immer nur remote gesprochen hatte, unter anderem Jakub Winkler und Sergej Derzap. Ein Gespräch am Stehtisch ist eben doch etwas anderes als ein Call oder ein GitHub-Kommentar.

Selfies

Besucher und Vortragende kamen aus vielen Ländern. Entsprechend war die Konferenzsprache überwiegend Englisch. Für eine "deutsche" Meet Magento ist das konsequent, denn die Community ist längst international.

Und ganz persönlich gab es Zuwachs in meiner ElePHPant-Herde: Benjamin Eberlei hat mir den Tideways-ElePHPant geschenkt. Danke dafür!

Tideways ElePHPant

Die Pyramide in Mainz

Veranstaltungsort war die Pyramide in Mainz. Ich arbeite selbst in Mainz und stand schon oft vor dem Gebäude, war aber nie drin. Die Wahl war hervorragend: gut erreichbar, genug Platz für mehrere Bühnen und ein Ambiente, das sich deutlich von austauschbaren Hotel-Konferenzräumen abhebt.

Der Veranstalter war auch für das Catering zuständig, und das war durchweg top. Als Show-Act gab es einen Zauberer. Am Abend ging es dann ganz nach oben in die Spitze der Pyramide zur Party mit DJ. Ein besserer Ort für die Gespräche nach dem offiziellen Programm ist kaum vorstellbar.

Programm und Keynote

Das Programm war auf vier Tracks verteilt:

  • Main Stage
  • Tech Stage
  • Business Stage
  • Masterclass

Die Keynote war sehr speziell, und das meine ich positiv. Steve Richards von Jago, der auch Spitzenmanager berät, hat anhand eines Rückblicks auf sein bisheriges Leben gezeigt, wie sich Erfahrungen aus sozialer Arbeit in Afrika mit modernen KI- und IT-Themen verbinden lassen. Die Kernbotschaft: Aus der Vergangenheit lässt sich viel für die Zukunft mitnehmen. Mal etwas ganz anderes als die übliche Produkt-Keynote. Man merkete Steve an, dass er im Präsentieren sehr erfahren ist. Ich konnte selbst nicht mit allem für mich persönlich anfangen. Ein paar Dinge machten mich aber auch nachdenklich.

Steve Richards bei der Keynote

Die Vorträge, die ich mir angehört habe

Ich habe mir bewusst auch Themen ausgesucht, die ich nicht jeden Tag höre. Code und Architektur habe ich im Alltag genug, auf einer Konferenz will ich auch über den Tellerrand schauen.

Does ChatGPT recommend your shop?

Tsari Bombelli (Bombelli Analytics) ging der Frage nach, ob und wie KI-Assistenten Shops empfehlen. Das ist für Händler eine sehr reale Frage, denn ein Teil der Produktsuche verlagert sich gerade von der klassischen Suchmaschine in Chat-Oberflächen.

Ein Blick in den Raum von oben

Was ich gelernt habe ist, dass die llms.txt gerade nicht wirklich ausgelesen wird und die robots.txt wichtiger ist. Mitgenommen habe ich aber auch, dass sich das morgen einfach ändern kann und es nicht schadet die llms.txt doch anzulegen.

The Priority We're Getting Wrong: Security

Jiří Brada (PushON) sprach über Security als Priorität, die in Projekten zu oft hinten runterfällt. Passender hätte das Timing kaum sein können (siehe unten).

Was ich für mich mitgenommen habe ist, dass der aktuelle Patch-Prozess in Adobe Commerce und Magento Open Source unbedingt angepasst gehört.
Ein Satz der mit auch hängen geblieben ist: "Updates müssen langweilig sein".

Isolated Patch Prozess

Wir brauchen wieder richtige Composer Releases. Und ich sehe noch Möglichkeiten composer audit noch mehr zu nutzen und anzupassen.
Zudem habe ich gelernt, dass der Magento Crypt Key alleine reicht um sich Zugriff auf die Magento REST API zu schaffen. Also immer schön den Key rotieren.

Brilliant, Then Spectacularly Wrong: A Field Report on Agents in Production

Tobias Zander (Zandups) berichtete aus der Praxis mit KI-Agenten in Produktion. Erfahrungsberichte dieser Art sind mir deutlich lieber als Hochglanz-Demos, denn genau dort sieht man, wo es hakt. In seinen Folien hatte Tobias einiges an Praxisbeispielen was beim Einsatz von Agenten zu beachten ist und was alles passieren kann. Ein Thema war auch, dass man Agenten auch hart validiert mit "echtem Code" und sich nicht blind auf LLMs verlässt.

Tobias Zander bei der Präsentation

Da Tobias früher selbst im Agenturumfeld zuhause war gab er auch einige Tipps wie Abrechnungsmodelle aussehen können und was alles auf einer Rechnung stehen sollte.
Zu erwähnen sind auch die Folien von Tobias die alle im Style eines Retro-Spiel gestaltet waren. Passende dazu hat Tobias das Spiel Gorillas auf seiner Webseite nachgebaut: https://tobiaszander.de

Everyone Has AI. Why Should Anyone Choose You?

Nicole Mentzen (maxcluster) stellte die Frage, wie man sich noch differenziert, wenn alle KI einsetzen. Eine Frage, die sich Agenturen genauso stellen müssen wie Händler. Da ich selbst relativ viele Inhalte erstellen fand ich das Thema sehr spannend aus der Sicht einer Marketing-Expertin zu hören.

Nicole Mentzen bei der Präsentation

Mitgenommen habe ich in dem Vortrag, dass man sich überlegen soll die man vertrauen schafft und das man sich überlegen sollte was einen selbst ausmacht da jetzt jeder KI nutzt.

Das Flurthema Nummer 1: PHP2Shell

Kaum ein Gespräch kam ohne ein Thema aus: PHP2Shell. Die beiden kritischen Remote-Code-Execution-Lücken im PHP-Kern (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619) waren am 20. Oktober vorzeitig geleakt worden. Am 21. Oktober kamen die Patches in PHP 8.2.35, 8.3.36, 8.4.27 und 8.5.12. Am Konferenztag waren also gerade einmal zwei Tage vergangen, und viele im Raum hatten die Nacht davor noch Server aktualisiert.

Ich konnte dazu unter anderem mit Nils Adermann vom Composer-Projekt sprechen, der selbst in der PHP Foundation aktiv ist. Ein Punkt aus dem Gespräch beschäftigt mich seitdem: Die PHP Foundation ist nicht gut finanziert und braucht dringend mehr Sponsoren. Wir als Magento-Ökosystem verdienen unser Geld mit PHP. Wer kann, sollte die PHP Foundation unterstützen.

Ein unbequemer Aspekt gehört auch dazu: Die offiziellen Fixes gibt es nur ab PHP 8.2. Wer noch ältere Versionen betreibt, hat jetzt ein echtes Problem. Das ist kein neues Argument, aber selten war es so greifbar, warum Update-Fähigkeit wichtiger ist als das nächste Feature.

An dieser Stelle auch ein großes Danke an alle, die versucht haben, die Lücke unter enormem Zeitdruck zu schließen.

KI, KI und nochmal KI

Bei den Vorträgen gab es wie gewohnt viel KI, und auch in den Gesprächen drehte sich vieles darum:

  • KI-getriebene Entwicklung: Wie verändert sich unsere Arbeit, wenn Agenten Code schreiben?
  • KI greift Shops an: Angreifer nutzen dieselben Werkzeuge wie wir, nur mit anderen Zielen.
  • Sicherheit als Querschnittsthema, das durch beides noch wichtiger wird.

Auch in persönlichen Gesprächen merkt man wie krass sich unser Alltag durch die KI geändert hat. Das meine sich sowohl im positiven wie auch negativen.

Fazit

Die Meet Magento Germany 2026 war für mich vor allem eines: ein Wiedersehen. Die Inhalte waren gut, die Location großartig, die Organisation hat gestimmt. Aber den größten Wert hatten die Gespräche zwischen den Vorträgen, ob über PHP2Shell, KI-Agenten oder einfach über die letzten Jahre.

Bei vier parallelen Track verpasst man zwangsläufig etwas, und für die Gespräche ist immer zu wenig Zeit. Das meine ich aber absolut positiv. Viele Beiträge bedeutet, dass man ein vielfältiges Angebot und viel Auswahl hatte. Meine Erwartungen waren was die Veranstaltung selbst anging eher in Richtung einer kleinen Veranstaltung die überhaupt mal wieder stattfindet. Meine Erwartungen wurden in jeder Hinsicht aber übertroffen. Es gab viele tolle Gespräche und positive Emotionen.

Ich hoffe sehr, dass das keine Eintagsfliege war. Die deutsche Magento-Community hat gezeigt, dass sie da ist. Wir sehen uns hoffentlich 2027 wieder.

Die Meet Magento Germany 2026 ist vorbei