Mein Feed-Reader Setup 2020

Veröffentlicht von cmuench am

Wer nutzt den heute noch News Feeds im Jahr 2020? Die jungen Leute heutzutage kennen überhaupt keine Newsfeeds mehr. Doch der Newsfeed hat noch lange nicht ausgedient. So gut wie jede Blog-Software bietet einen Atom oder RSS Feed an.

Ich selbst nutze schon Jahre RSS Feeds um strukturiert Nachrichten abzurufen oder um mitzubekommen, dass neue Software-Versionen vorliegen, Sicherheitslücken bekanntgegeben wurden usw.

Einige Jahre war ich mit der Software Tiny Tiny RSS sehr zufrienden. Dabei handelt es sich um eine in PHP geschriebene Anwendung die man selbst hostet und die über Plugins erweitert werden kann. Inzwischen bin ich auf die viel leichtgewichtigere Software Miniflux umgestiegen.

Miniflux wurde in Golang programmiert und kann bequem über Docker betrieben werden. Die Anwendung selbst verbraucht kaum Ressourcen. Zur Datenhaltung wird eine PostgreSQL Datenbank benötigt. Auch die kann man bequem in einem Docker Container betreiben.

Hier seht ihr die docker-compose.yml meines Docker-Setups.

version: '3'

services:
  miniflux:
    container_name: miniflux
    image: miniflux/miniflux:latest
    restart: unless-stopped
    depends_on:
      - miniflux_db
    environment:
      - DATABASE_URL=postgres://miniflux:<database-password>@miniflux_db/miniflux?sslmode=disable
    labels:
      - "traefik.enable=true"
      - "traefik.http.routers.miniflux.rule=Host(`miniflux.example.com`)"
      - "traefik.http.routers.miniflux.tls=true"
      - "traefik.http.routers.miniflux.tls.certresolver=letsencrypt"
      - "traefik.http.services.miniflux.loadbalancer.server.port=8080"
    
  miniflux_db:
    container_name: miniflux_db
    image: postgres:latest
    restart: unless-stopped
    networks:
      - mynet
    environment:
      - POSTGRES_USER=miniflux
      - POSTGRES_PASSWORD=<database-password>
    volumes:
       - ./volumes/db:/var/lib/postgresql/data

Ich hoste die Anwendung zuhause in einem kleinen Intel-NUC und beteibe davor einen kleinen Reverse Proxy mit Traefik. Das funktioniert super und der Traefik Proxy versorgt sich auch selbständig mit SSL Zertifikaten über Letsencrypt.

Mein Anforderungen

Ich nutze auf meinem Mobilfunktelefon Android und möchte gerne von dort auf meine News-Feeds zugreifen. Überhaupt lese ich die meisten Nachrichten über das Handy.

Wenn im Büro bin, möchte ich mit meinem Macbook auf die News zugreifen. Zuhause habe ich eine Workstation mit Arch Linux.

In der idealen Welt kann man mit dem Setup von überall auf die News-Feeds zugreifen.

Mein Feed Setup

Miniflux bietet eine REST API an. Leider ist diese noch nicht sehr verbreitet. Als Schnittstelle der Wahl kommt daher die Fever API zum Zug. Eigentlich ist Fever das Protokoll eines veralteten Dienstes der inzwischen eingestellt wurde. Auf dem Markt findet man aber einige Anwendungen die noch diese Protokoll sprechen. Auch meinen vorherige Tiny Tiny RSS Lösung hatte ich mit einem Fever Plugin ausgestattet.

Android

Unter Android habe ich die App Readably installiert. Diese kann an die Fever API angedockt werden.

Das Ergebnis seht ihr hier:

Apple MacBook

Die beste Feed Reader App für Mac ist aus meiner Sicht Reeder. Inzwischen gibt es davon die Version 4. Obwohl auch die Version 3 schon alles konnte was ich brauche habe ich um den Entwickler zu unterstützen ein Update gekauft. Da gibt es nicht viel zu sagen. Die Anwendung funktioniert super stabil und synchronisiert anstandslos mit meinem Minflux Server.

Reeder 4 App auf meinem Macbook

Linux

Auf meinem Linux System hatte ich immer gerne die App FeedReader als Flatpak genutzt. Die App bietet den sync mit Tiny Tiny RSS an. Leider gibt es keine Unterstützung von Fever oder Miniflux. Ich überlege das in der App selbst nachzurüsten. Leider fehlt mir aber die Zeit dafür. Das wäre aber meine Ideallösung und es wäre alles perfekt für mich.

Alternativ kann man den Miniflux Server auch über die Web-Oberfläche nutzen. Diese kann auch als PWA installiert werden. Das funktioniert sobald man einen Google Chrome Browser installiert hat.

Miniflux PWA

Was mir hier aber in der Anwendung fehlt ist eine gruppierte Anzeige nach Kategorien. Und ich möchte auch nur die ungelesenen Beiträge in den Kategorien lesen. Aber im Notfall lese ich auch Mal über die Miniflux Oberfläche meine News.

Miniflux bietet auch noch Schnittstellen zu diversen anderen Systemen. Die Anwendung wird bewusst klein und schlank gehalten.

Hier die offizielle Feature Liste:

  • Supported feed formats: Atom, RSS 1.0/2.0, RDF and JSON
  • OPML file import/export
  • OPML URL import
  • Support multiple enclosures/attachments (Podcasts, videos, music, and images)
  • Play videos from YouTube channels directly inside Miniflux
  • Categories
  • Bookmarks
  • Fetch website icons (favicons)
  • Save articles to third-party services
  • Available in Chinese, Dutch, English, French, German, Italian, Polish, Russian, and Spanish

https://miniflux.app/features.html

Was ist eure Meinung zu Newsfeeds? Hinterlasst gerne einen Kommentar.

Update 04.01.2019

Das Projekt FeedReader was ich für meine Linux Workstation genutzt hatte wurde eingestellt. Erfreulicherweise arbeitet der Entwickler aber bei einem neuen Projekt mit dem Namen News-Flash mit. Das neue Programm ist ein Re-Make von FeedReader und wird neu in Rust implementiert.

Ich habe mit den Source Code Mal kompiliert und siehe da, das Programm läuft schon relativ rund und kann direkt die Miniflux API (nicht Fever API) nutzen. Es gibt zudem noch eine Anbindung an Feedbin. An einer Feedly-Integration scheint auch gearbeitet zu werden.


2 Kommentare

Simon Sprankel · 2. Januar 2020 um 23:15

Oh wow, das ist aber eine nerdy Lösung 🙂 Wenn es einem Spaß macht, das alles aufzusetzen, zu administrieren etc, super. Ich nutze seit Jahren einfach feedly in der kostenlosem Version und bin sehr zufrieden damit. Klar, die Daten sind in der Cloud. Aber das sind jetzt auch nicht so irre kritische Daten finde ich 🙂

    cmuench · 2. Januar 2020 um 23:33

    So aufwendig ist die Lösung nicht, wenn man schon im Arbeitszimmer einen Serverschrank stehen hat. 😉
    Das läuft alles auf einem kleinen Intel NUC.

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